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Reggae Clouds

Interview mit Martin Jondo
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Interview mit Martin Jondo
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Martin Jondo

Siehe auch das 2010 Interview mit Martin Jondo

Ich möchte das die Welt besser wird
Martin Jondo, der "Rainbow Warrior" und Newcomer des Jahres 2005 holt nun mit "Echo and Smoke" zum nächsten Streich seiner Karriere aus. Mit seinen Rootigen Stücken der Extraklasse hat er sich in der Szene und bei Fans längst bewährt, weswegen viele schon gespannt sein neues Album erwarten.  www.martinjondo.de

Klar, das wir die Gelegenheit bei seinem  Aufenthalt in Köln nicht ausgelassen haben, ihm kurz vor Release des Albums ein paar Fragen zu stellen. So plauderte der freundliche und "sanfte Rebel" des Reggae mit uns über seine Musik, Wünsche und Ziele.

Martin Jondo

BigUp! In kürze erscheint dein neues Album  „Echo und Smoke“. Was kannst du uns jetzt schon über das Album verraten? Worum handeln sich die einzelnen Songs?
Martin Jondo: Auf jeden Fall ist viel Roots Reggae zu hören auf Echo Smoke, einige Balladen bzw. Liebeslieder und einfach groovige Musik. Auf dem neuen Album erzähl ich viel über Dinge die ich in all der Zeit gelernt und erlebt habe! Aber auch politische Themen und Liebeslieder sind vertreten. Anfangs waren Love Songs nicht das wahre für mich, aber wie es so ist, jeder Rebell verliebt sich auch einmal, das Herz wird gebrochen, und so kams zu diesen Songs.

BigUp! Vor kurzem hast du auch nen Song zum Kinofilm "Goldene Zeiten" beigesteuert. Wie kams dazu? Kamen die Filmemacher auf dich zu?
Martin Jondo: Ne, da hatte ich einfach Glück! Die Macher kamen auf meinen Produzenten zu, der in der Auswahl für den kompletten Soundtrack des Films stand, und den Zuschlag letztendlich auch bekam. Wir hatten uns im Studio getroffen und ich meinte ich will mal ein paar neue Beats von ihm hören, obwohl Hip Hop sonst weniger mein Fall ist. Ich fand die Melodie nicht schlecht, hab nen Text dazu geschrieben, den Song aufgenommen und mein Produzent reichte den dann bei Peter Thorwarth ein. Dieser war von meinem Song ziemlich angetan, und so kams zum Titeltrack zu "Goldene Zeiten".

BigUp! Du hattest ja im letzten Jahr zahlreiche Konzerte und Festivalauftritte. Was steht 2006 an?
Martin Jondo: Natürlich weitere Konzerte! Ich hab jetzt ne eigene Band, die "Ruffcats" am Start, mit der ich auch schon fleissig am Proben bin. Ich freu mich schon riesig auf die anstehenden Konzerte. Im Sommer stehen auch noch einige Auftritte auf grossen Reggae Festivals auf dem Programm, und im Herbst dann wahrscheinlich die Tour zum Album.
Dieses Jahr werd ich auch zum ersten mal auf dem Summerjam spielen, worauf ich mich natürlich besonders freu! Ich bekomm jetzt schon ewig viele Einträge ins Gästebuch meiner Homepage, von Fans, die sich ebenso riesig freun, mich endlich einmal auf diesem Festival zu sehen.

BigUp! Du wurdest letztes Jahr zum Newcomer of the Year gekürt.Woher glaubst du kam dieses Ergebnis? Hat sich danach etwas geändert in deinem Leben? Ist jetzt der Erwartungsdruck grösser?
Martin Jondo: Erwartungsdruck und so etwas nicht. Aber es war auf jeden Fall eine grosse Ehre für mich! Man hat mich angerufen und gesagt ich wäre Newcomer des Jahres. Da war ich dann schon sehr gerührt! Ich bin ganz stolz mit der Riddim zu Freunden gegangen und meinte: hier schaut mal (lacht). Ich denke das Wahlergebniss geht bestimmt auf das gemeinsame touren mit Gentleman zurück und die Leute haben diese Auftritte danach einfach honoriert.


 

Martin Jondo


BigUp! Wäre es als deutscher Artist nicht einfacher Songs auf deutsch zu singen?
Martin Jondo: Das hab ich auch schon gemacht bei "Wunderlampe" mit Silly Walks und "Rebell" mit Beatschmieda. Die Sache ist aber ganz einfach die, das ich mit englischer Musik gross geworden bin. Im nachhinein Frage ich mich auch, wie es zu den Songs auf deutsch kam, da ich ja eigentlich auch mit englichen Texten angefangen habe. Ich habe diese Songs zwar gerne gemacht, aber mein Anliegen ist es einfach, das was ich zu sagen habe der ganzen Welt zugänglich zu machen. Dies funktioniert eben am besten auf englisch. Es wäre einfach ungerecht die Inhalte die ich den Menschen vermitteln will, "nur" deutschsprachigen mitzuteilen. Meine Message sollte einfach um die Welt gehen. Irgendwie trag ich da noch immer diesen Hippie Gedanken in mir, die Welt aufzurütteln und besser zu machen. Ausserdem ist es wahnsinnig schwer auf deutsch gute Songs zu schreiben, reimen und zu singen.

BigUp! Du arbeitest ja viel mit anderen Künstlern zusammen.Mit welchen?
Martin Jondo: Viel mit Mellow Mark, der mit der gleichen Band wie ich spielt. Ausserdem mit Gentleman, der mich als Support Act bei seiner Tour dabei hatte, und in gewisser Art und Weise gehypt und gepusht hat. Er holte mich zum Beispiel im besten Moment auf die Bühne und ich sang vor tausenden Menschen nur mit Akkustikgittare "Rainbow Warrior". Das kam bei den Massen prima an.

BigUp! Meistens bist du mit Soundsystems unterwegs. Fühlst du dich mit der Soundsystem Szene verbunden? Wenn ja wie und mit welchen Sounds?
Martin Jondo: Schon irgendwie, denn ich war ja oft mit Sounds unterwegs. Jedoch ist das nicht ganz meine Welt. Aber wenn dann sind es auf jeden Fall die "Roots - Sounds" wie Silly Walks, Barney Milah,Concrete Jungle oder "kleinere" Soundsystems, mit denen ich gerne zusammenarbeite und unterwegs bin. Generell find ich die Soundboy/Dancehall Szene ja gut, nur die Slackness ist mir teilweise zuviel. Es ist ja schon ein Unterschied, ob ich die Texte der gespielten Songs versteh oder nicht. Viele der Kids auf Dances, verstehen einfach nicht obs grad um Schwule töten geht oder Pussy und sonstiges Zeugs - sie verstehens einfach nicht! Das ist eben auch mein Problem. Erst um vier Uhr morgens werden dann wieder die Roots-Tunes gespielt, wo auch ich tanzen kann und mir denke das ist meine Welt. Aber ansonsten ist das ganze schon ne schöne und wichtige Sache.

BigUp! Du bist ja bei Homeground.Nach deinen Erfolgen, waren da auch verhandlungen mit Major Labels, oder bleibst du Homeground treu?

Martin Jondo: Also wir haben mit Majors gesprochen, haben denen klar gesagt was wir machen wollen/vorhaben, und kamen danach zu dem Entschluss, lieber wie bisher weiterzumachen. Bei Homeground haben wir einfach den Vibe und vorhandene Strukturen. Das ist ein Label das für mich richtig hart arbeitet und alles aufbaut. Das ist super schön zusammen so eine "Pioniersarbeit" zu leisten. Das gibt ein gutes Gefühl für einen selbst!

Martin Jondo


BigUp! Die deutsche Reggaeszene, wie siehst du sie?

Martin Jondo: Ich bin mit Reggae groß geworden und sozusagen ein "alter Hase". Deswegen hab ich natürlich hier in Berlin auch gesehn wie sich die ganze Sache entwickelt. Slackness usw. gab es auch damals schon auf Partys, nur nimmt dies in der Szene mehr und mehr zu. Da deutscher Reggae immer populärer wird, springen viele auf den Zug mit auf, machen sich aber wenig Gedanken um Texte. Aber es geht auch alles irgendwie an mir vorbei und ich möcht auch gar nicht grossartig "haten" und "dissen", denn ich seh auch viele Leute die "wahrhaften" Reggae machen, dies aus vollem Herzen tun und auch gut verbreiten. Künstler wie Ganjaman find ich wirklich klasse. Wir hatten vor kurzem nen gemeinsamen Gig, und ich hab einfach gesehen wie er den Reggae lebt. Da seh ich, das der Reggae-Vibe, so wie ich ihn früher kennengelernt habe noch vorhanden ist. Reggae ist nämlich nicht nur Dreadlocks haben und kiffen, sondern die ganze Philosophie und Ernsthaftigkeit. Was ich mir wünsche, ist das die deutsche Szene wieder etwas "rootsiger" wird und Wert auf gute Texte legt!

BigUp! Persönliche Wünsche, Ziele?

Martin Jondo: Ich möchte das die Welt besser wird, die Menschen aufmerksamer werden und sehen, das wir auf diesen Planeten leben und alles vernünftig in die Hand nehmen müssen. Ein weiterer Wunsch von mir ist etwas für Waisenkinder aufzubaun. Dies ist sozusagen ein Herzenswunsch von mir, in dieser Richtung etwas zu unternehmen. Bedingungslos Menschen etwas geben die alles oder das wichtigste verloren haben. Ich möchte ihnen wieder das Gefühl von Vertrauen,Liebe und Geborgenheit geben, genauso die Gewissheit, das sich jemand mit ihren Problemen beschäftigt, vermittelt und hilft. Das wär mir sehr wichtig für mein eigenes Seelenheil. Ansonsten für mich persönlich hätt ich gerne ein eigenes Haus mit Studio, in dem dann meine "Brüder" und Freunde mitwohnen können.
http://www.martinjondo.de/

Martin Jondo
 
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